Mittwoch, 10. Dezember 2014

Es werden Zeichen geschehen. Predigt zu Lukas 21,25-33

Meer. Winter. Möwe.  
Am Rand der Welt beginnt das Meer.
Am Rand des Meeres beginnt das Nichts.
Dort stürzen die Schiffe in die Tiefe.
Die, die sich zu weit vorgewagt haben.
Stürzen in die Tiefe mit Mann und Maus.
Alles versinkt.
Nur die Sirenen lachen.
Sie plündern die Minibars der Kabinen. Trinken den Champagner und häkeln sich am Ende aus den Haaren der Matrosen neue Kleider. Glänzend wie Seide.

Am Rand der Zeit beginnt die Nacht.
Der Mond ist eine halbe Zitronenscheibe.
Jemand hat sie mit einer Stecknadel an den Himmel gepinnt.
Die Krähen werden sie bald aufgepickt haben. Bis nur noch die Schale übrig ist. Übrig ist und verschimmelt.

Am Rand der Nacht kreisen die Sterne.
Am Rand der Nacht und am Ufer des Meeres steht einer.
Es könntest du sein. Oder nicht du. Oder alle.
Steht da.
Den Wind im Gesicht.
Die Füße in den Seehundstiefeln.
Erhobenen Hauptes.
Klaren Blickes.
Und schaut.

Text: Lukas 21,25-33
Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.

Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. 

 Tempelzerstörung 70 n.Chr.
Als Lukas diese Zeilen aufschreibt, ist Jerusalem von der römischen Armee erobert.
Der junge Titus führte sie an.
Titus wird Kaiser von Rom werden. Kaiser der Welt.
Jerusalem wird 60 Jahre lang unbewohnbar sein. Vom Tempel Salomos bleibt nur eine Mauer. Bis heute.
Den Tempelschatz lässt Titus durch Rom tragen.
Was nur der Hohepriester berühren durfte, jetzt strecken es die Soldaten in den strahlenden Himmel über der wahrhaft ewigen Stadt.
Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein.

Barbarazweig
Am Rand des Winters stehen die Bäume kahl gegen den Himmel.
Bald wird es schneien.
Wer nun die Rosen im Vorgarten nicht eingepackt hat, dem werden sie erfrieren.
Die ihr Herz nicht winterfest gemacht hat, wird es bereuen.

Bald wird es schneien.
Wir hängen Sterne in den kahlen Baum.
Am Rand des Winters.
Mit Lichterketten dekorieren wir unsere Traurigkeit. 

Und er sagte ihnen ein Gleichnis. Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.

Die Bäume stehen kahl gegen den Himmel – am Rand des Winters.
Wir gehen über die Wiese. Übers gefrorene Gras. Dort liegen noch die verfaulten Äpfel. Vom Baum brechen wir einen Zweig. Mit klammen Fingern.
Den nehmen wir mit nach Haus.
Bald wird es schneien.
Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Man muß weggehen können (Danke, Hilde Domin)[1]
Man muß weggehen können
Und doch sein wie ein Baum.
Man muß im Ende noch den Anfang sehen.
Die Sterne wanken
Der Himmel vergeht.
Die Welt brennt.
Auf dem Thron sitzt der Falsche.
Ihr aber: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Man muß die Rosen winterfest machen
Aber nicht das Herz.
Man muß furchtlos sein.
Die Wolken beobachten.
Bis er kommt.
Mit großer Kraft und mit Herrlichkeit.

Man muß den Atem anhalten dann.
Das Herz klopft wie verrückt.
Aber das Meer liegt still.
Man muß das Gesicht in den Wind halten
Genau hinschauen
Erhobenen Hauptes
Bis er kommt. Kommt vom Rand der Welt und vom Rand des Meeres.
Vom Rand der Nacht

Bis er kommt
Weiß wie Schnee
Grün wie Moos
Und so fein und so zart wie die ersten Blüten am Zweig.

Amen.

[1] Hilde Domin: Ziehende Landschaft

Dienstag, 9. Dezember 2014

Zu Ehren der wunderbaren Anne G. ein Okapi zu Gast bei Frau Auge























Unbedingt bitte hier hin - zum Okapiposter

Montag, 1. Dezember 2014

Ihr Tore des Tempels, seid hoch erfreut / Ihr Türen der Ur-Zeit, öffnet euch weit. Predigt zum 1. Advent

Es gibt Haustüren. Und Wohnungstüren. Und Küchentüren.
Es gibt Gartentörchen und Schloßportale.
Es gibt die Kirchentür, die Autotür und die Kneipentür.
Es gibt Pforten und Ausgänge und Eingänge
Es gibt Schiebetüren. Und Drehtüren. Und Aufzugstüren. Es gibt quietschende Türen. Und seufzende. In Büchern gibt es sogar höfliche Türen, die sich bedanken, wenn du hindurchgehst und die sagen: „Sie haben eine einfache Tür sehr glücklich gemacht.“ Es gibt Türen, die sich automatisch öffnen. Und welche, die sich schließen für immer. Und es gibt die Tür deines Herzens.

Text: Psalm 24 
Die Erde ist des EWIGEN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet.

Wer darf auf des EWIGEN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?
Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört:

Der wird den Segen vom EWIGEN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heiles.
Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?
Es ist der EWIGE, stark und mächtig, der EWIGE, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?
Es ist der EWIGE, der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Einmal werden wir
Einmal werden wir unschuldige Hände haben und reine Herzen
Ich schwöre!
Bei meinem Herzen und bei deinem und bei allem, was mir heilig ist!
Einmal werden wir ganz wahr reden. Ganz klar. Die Wörter werden leicht sein.
Wie erster Schnee. Als wäre der Himmel eine sachte Decke. 

Einmal werden wir wissen, was zu sagen ist.
Und was gebraucht wird.
Einmal werden wir das Richtige gefragt haben.
Das, worauf es ankommt. Ich schwör es dir!

Einmal werden wir den Segen des EWIGEN empfangen
Er wird golden sein wie Lametta und bunt wie Liebesperlen
Weich wird er sein wie Zuckerwatte
Und schmecken nach Nuss und Mandelkern
Einmal werden wir auf dem Berg stehen. Dem, der heilig heißt.
Wir haben uns geschmückt mit Strohsternen im Haar und Flügeln aus Pappe.
Wir haben uns neue Kleider genäht aus grünem Samt und Spitzengardinen.
Einmal werden wir so auf dem Berg stehen. Reinen Herzens. Lachenden Mundes.

Macht hoch die Tür
An diesem einen Morgen. Dann.
Der Himmel ist wie Milch.
Und die Erde noch ganz leise.
Du stehst im Pyjama und mit verstrubbeltem Haar in der Küche.

An diesem einen Morgen. Dann.
Springen alle Türen auf. Alle Türen auf der ganzen Erde.
Und über der Erde und unter der Erde.
Stehen sperrangelweit offen.
Man stelle sich nur vor!
Wie frisch da der Wind durchbläst.
Weht das Papier vom Schreibtisch und den Staub von den Büchern.
Und lässt die Kerze am Adventskranz flackern.

An diesem Morgen. Jetzt. Du denkst an gar nichts weiter.
Da springen alle Türen auf.
Auch die Tür deines Herzens.
Alles, was davor herumstand.
Das ganze Gerümpel.
Dein eigenes und das der andern.
Und das geerbte und aufgehobene seit Generationen.
All das ist plötzlich weg.
Und die Tür deines Herzens ist offen. Sperrangelweit.
Ganz leicht geht das mit einem Mal.
Mit nur einem kleinen Seufzen.
Und ganz ohne Weh.
Der Wind fährt herein.
Der Wind von den Bergen.
Und dann wird er kommen, der König.
Ein Gerechter.
Und ein Helfer.
Amen.

Weihnachtswunsch

Dass einer sich zu mir stellt
Hierher. An meine Seite.
Ich lehne den Kopf an seinen Arm

Dass wir Bett und Leben teilen und den Blick in die Sterne.
Dass wir lachen und weinen
Und er dem Stalker die Reifen aufsticht
Ich stehe Schmiere.

Dass ich einen Ring am Finger habe
Kaugummiautomat
Und keine Urkunde im Schrank
Dass die ganze Welt weiß: wir gehören zusammen

Dass meine Liebe einmal nicht zu groß ist
Ich nicht zu viel
Und das Leben leicht.

Sonntag, 23. November 2014

Sonntagnachmittag. Eine Predigt zu TotenEwigkeitsSonntag

Text: Hebräer 4,9-11 
Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.
Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. So lasst uns nun bemüht sein, zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam.

Sonntagnachmittag
Sonntagnachmittags macht die Welt Siesta.
Die Geschäfte haben zu.
Die Predigten sind gehalten. Die Klöße gegessen. Die Spülmaschine ist bestückt.
Durch das offene Küchenfenster zieht der November herein. Himmel wie Nebel.
Grau wie der Liebermann.
Sichtbetongrau.
Ich schließe das Fenster.
Und dann macht die Welt Siesta. Ich auch.
Sonntagnachmittags bin ich am liebsten in meinem Bett. Ich habe warme Socken an und trinke dort Kaffee. Heiß und süß.
Und ich schaue stundenlang amerikanische Serien. Eine Folge nach der anderen.
Bis es Abend ist und das Treppenhaus vom Liebermann leuchtet. Wie eine Leiter in den dunklen Himmel.
Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. So lasst uns nun bemüht sein, zu dieser Ruhe zu kommen. 

Von den Werken ruhen 
Eine von denen, deren Namen wir heute sagen, liebte Katzen. Ein anderer die Wolken.
Und eine die Bibel. Über alles.
Eine machte Schnitzel. Einer hörte Jazz.
Viele kannten den Krieg. Sie flohen durchs Maisfeld. Und irrten durch die Welt. Manchmal kamen sie an. Manchmal auch nicht.
Eine sammelte den Samen aus den Blüten im Garten und verschenkte ihn. Einer hatte einen Papagei mit bunten Federn. Und eine ein extra Kissen hier bei uns in der Kirche.
Alle wussten etwas von dem Kampf, der das Leben manchmal ist. Sie kannten den Schmerz. Und die Nächte, in denen er nicht mehr auszuhalten ist.
Die Nächte mit den Tränen in der Kehle. Die mit der Einsamkeit. Wenn es ist, als wärst du allein auf der Welt – selbst wenn nebenan einer atmet.
Alle kannten die Nächte.
Und alle kannten den Morgen.
Der Himmel hat die Farbe von Heckenrosen.
Wie die Welt streicheln ist alles dann. Wie umarmt werden. Wie vorsichtige Küsse und erster, ungelenker Tanz.
Sie kannten die Tage am Meer und in den Bergen. Und die ganz normalen Dienstage, an denen plötzlich jemand zu leuchten beginnt. Jene Dienstage, an denen wir unsichtbare Kronen auf unseren Köpfen tragen.
Alle kannten das.
Und alle hinterließen eine Spur in der Welt.
Alle taten ein Werk.
Katzenweich. Wolkenschwer.
Eine erzählte von Jesus. Und einer malte Bilder gegen die Angst. Die meisten hatten Kinder. Manche kauften Wohnungen. Viele konnten zärtlich sein.
Alle taten ein Werk.
Hinterließen eine Spur. Dinge. Gewohnheiten.
Und gingen ins Licht.
Wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 

Sterben im Bett 
Wenn ich einmal sterbe, dann soll es in meinem Bett sein.
Ich wünsche mir, dass dann jemand da ist. Der hält meine Hand.
Und wenn mein Herz aufhört zu schlagen, dann zündet hoffentlich eine eine Kerze an und öffnet das Fenster.
Dann fliege ich davon. Das Bett nimmt mich mit. Es passt eigenartigerweise durchs Fenster. Und ich darauf.
Wir fliegen.
Eine Krähe nickt uns zu. Unten die Strasse meiner Kindheit. Schafherde und Schaukel. Vater und Mutter. Meine Schwester. Ihr Kind.
Eine Kirche mit grünem Dach. Dann Wald. Dann Strasse. Dann Meer.
Im Bett dabei hab ich das Kissen mit der Spitzenborte aus Kurdistan. Und die Decke mit den blauen Blumen. Ein paar Wörter auch. Und ein zerknittertes Foto. Was darauf ist, weiß ich noch nicht.
Ich fliege davon. Das Bett nimmt mich mit.
Durch den Nebel hindurch und ins Licht. Wo Jesus auf mich wartet.
Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.
Amen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Zu Gast in Mannheim-Jungbusch III




Zu Gast in Mannheim-Jungbusch II






Zu Gast in Mannheim-Jungbusch I






Soll ich in einer fremden Stadt unter falschem Namen eine Wohnung nehmen?

Die Wohnung hat Vorhänge aus grünem Samt, eine Tapete mit gelben Blumen & Möbel aus Kirschbaumimitat.
In der Küche eine Dose Nescafé, ein Flaschenöffner & eine Tasse mit Sprung, vergißmeinnichtblau.
Im Waschbecken ein Haar. Ich weiß nicht mehr, von wem es ist. Aber ich achte darauf, daß es nicht verloren geht.

Wenn ich die Tür der Wohnung hinter mir schließe, bin ich verschwunden.
Möchtest du mit?


Sonntag, 28. September 2014

Gottesdienstbesuch

Gott der Herr ist ein Mann im dunkelgrauen Anzug.
Er trägt eine gelbe Krawatte und geht auf der Bühne hin und her.

Gott der Herr weiß alles und macht joviale Scherze.
Er hat Plan, Idee & Weg.

Berufung inklusive.

Er errettet Mädchen in weißen Blusen und mit sächsischem Akzent vor Prüfungsängsten und setzt seinen Regenbogen über das Missionszelt als Zeichen
- aber bitte nicht für LSBTTIQ

Gott der Herr findet in seiner Predigt kein Ende,
neigt zu großen Gesten,
mag keine Sternzeichen & glaubt nicht an die Evolution.

Zumindest an diesem Morgen.
Zumindest sein Ebenbild.



Freitag, 29. August 2014

Pss... Sommer. Nacht. Traum. Liturgie I (Psalm 23)





















Der große Hirte.
Blind folgen wir seinem Geruch.
Er riecht nach Wolle und Regen.
Und nach den Kräutern des Sommers:
Schafsohr, Süßwurz, Hafergras.
Am Himmel weiden die anderen.
Die Wolkenschafe.
Unsere Schwestern.

Der große Hirte ruft uns.
Mit einer Stimme von ganz tief.
Eine Stimme, die wir kennen.
Kennen von weit.
Als wir noch Lämmer waren.
Hopsten und blökten.
Wir folgen ihm.
Wohin er geht.

Der große Hirte führt uns Schafe durch das Tal.
Durch Dunkel und Tod.
Vorbei an Wolf und Bär.
Er weiß den Weg.
Er kennt den Steig.
Sein Mantel leuchtet – selbst noch hier.

Du bereitest vor mir einen Tisch...

Pss... Sommer. Nacht. Traum. Liturgie II (Psalmen 36 und 78)



















Es müsste regnen
Die Wolken müssten sich zusammenballen
Zu leuchtenden Türmen und dunklen Schlössern
Donner müsste grollen
Und von fern müsste es wetterleuchten

Es müsste regnen
gewitterregnen
mit großen Tropfen
die schwarze Flecken auf den Asphalt malen
und die Luft füllen mit diesem ganz bestimmten Geruch
nach Sonne und Erde

Es müsste regnen
Vanillebonbons und Zuckerwatte
Gerechtigkeit
Wirklich gute Songs
Und Männer, die furchtlos sind

Es müsste regnen
gewitterregnen
erst langsam, dann schneller
Perlenschnüre aus Wasser
Zusammengehalten mit Licht
Es müsste regnen
bis die Welt ein umgekehrtes Aquarium ist
und alles schwebt

Es müsste regnen
Erdbeeren
Sternschnuppen
Champagner
Und schöne Könginnen zuhauf

Es müsste regnen
Vom Himmel müsste fallen
Leidenschaft
Brot
Käse
Aprikosen
Schwarzer Kaffee
Eine glückliche Kindheit
Und gutes Leben für alle.
Es müsste regnen.
So müsste es regnen.

(STILLE)
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist / und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

Pss... Sommer. Nacht. Traum. Liturgie III (Psalmen 30 und 126)
















Wie ein Gebet 
Die Wörter an die Wolken binden.
- Haben Brennesseln Verstand? -
Die Seele steigen lassen.

- Dann werden wir sein wie die Träumenden -
Verwandle uns, Ewiger
- Des Morgens die Freude - Ist 7 viel? -
Verwandle uns in einen Regen.
Verwandle deine Kirche in einen Tanz.
Amen.


Pss... Sommer. Nacht. Traum. Liturgie IV (Psalm 4)






















In die Nacht gehen
Ins Dunkel
Nach innen.

Mich in die Nacht legen.
Wenn alles endet
Wenn alles erlischt.

Und selbst die Monster unterm Bett sich zusammen rollen und schlafen.

Sonntag, 13. Juli 2014

2.7.14

Kornblumen wie verschüttetes Wasser
in der Luft der Geruch nach Regen & Feld
Im Gesicht die Sonne von Tagen

1.7.14

Der Tag schlägt die Augen auf
Und das Buch schlägt die Augen auf
Wir gehen durch die Welt
wie durch ein Buch
Mit Satzzeichen aus Farn

Im Traum:
Zwei
im Schatten der Schafgarbe
in der Kammer aus Mirabellenduft
einander liebend